igelstation


igelgeschichte mit Happyend

Herbst 2018 / Rosmarie Blaser

 

Am Nachmittag des 13. Juni 2018 erhalte ich einen Notruf. Eine Frau beschädigt bei der Gartenarbeit ein Igelnest. Die Igelmutter verlässt in raschem Gang den Ort der Unglücks. Im gepolsterten Nest befinden sich drei munzige Igelbebeli. Mein Rat, alles sein lassen und hoffen, dass die Igelin in der Nacht wieder kommt. Zu allem Elend fängt es noch zu regnen an. Ein improvisiertes Regendach schützt das zerstörte Nest vor Nässe. Am nächsten Morgen früh (14. Juni) der Anruf - die Igelmutter ist nicht zum Nest gekommen. Also, die kleinen Stacheli auf eine Bettflasche gebettet, macht sich die Frau auf den Weg zu mir.

Die Igelkinder wiegen zwischen 32 und 40 Gramm. Eine kleine Chance haben sie, wenn sie die Ersatzmilch vertragen. Gierig trinken die Kleinen das Schöppeli. Sie pfeiffen unaufhörlich nach der Mutter.....

Alle drei Stunden gebe ich den Jungen zu trinken und massiere mit Wattestäbchen ihre Bäuchlein bis ein Bisi und ein Gageli kommt! Toiletting nennt man das. In der nächsten Nacht gegen Mitternacht, erreicht mich eine SMS. Der Ehemann hat mit der Taschenlampe "bewaffnet" im Garten einen grossen Igel gefunden. Die Mutter? Wir wissen es nicht....

Der umsichtige Tierfreund hat den Igel im Kaninchenstall eingesperrt und mit Futter und Wasser versorgt. Früh am Morgen (15. Juni) steht er bei mir vor der Türe. 

In einem vorbereiteten Stall bringe ich den Igel unter und gebe mit gemischten Gefühlen die Kleinen dazu...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...und siehe da!!! 

Welche Freude! Die Jungen krabbeln unter die Mutter und schon bald vernehme ich schmatzende Trinkgeräusche. Was passiert nun? Nimmt die Mutter die Kinder wieder an? Kommen die Kleinen klar mit der Verdauung? Zwischen der Trennung und der Wiedervereinigung sind immerhin fast 40 Stunden vergangen.... Immer wieder gehe ich süüferli schauen und hören was im Igelstall passiert. Nach kurzer Zeit ist Mutter Igel mit den Kindern im Schlafhüsli verschwunden. Gottlob!

 

 

 

 

 

 

 

 

wiegen am 30. Juni. 

Die Stachelzwerge entwickeln sich prima. Weiter so!!

 Am 17. Juli zügle ich die kleine Familie nach draussen ins Trainingslager.


Die Igelkinder geniessen das Neue, neugierig erkundigen sie das Gehege. Zum schlafen kuscheln sie sich gerne noch an Mama.

24.Juli 2018 Tag der Auswilderung.

                Ein letztes Foto, bevor die Reise in den Garten der Geburt beginnt 
                und sich die Tür zur grossen weiten Welt öffnet.

           Machets guet Igelis u häbet nech Sorg!!


traurige weihnachtsgeschichte

Weihnachten 2018 / Rosmarie Blaser

Am späteren Heiligen Abend bekomme ich einen Anruf aus Münsingen. Die Grosskinder haben im Garten einen Igel gefunden. Er ist zusammengerollt und lebt noch. Wie weiter? 

Nach einer Nacht in der Badewanne der Familie, bringen sie mir den Igel am Weihnachtsmorgen in die Pflegestation.

Der erste Augenschein zeigt eine schöne Igelkugel... aber was luegt da zu den Stacheli raus?? Ein Stück Schnur!? Beim zweiten Augenschein sehe ich, dass das arme Tier unter einem massiven Flohbefall leidet. Erstversorgung mit Flohmittel und einem Schmerzmitteldepot. So lasse ich den Igel zur Ruhe kommen. Am Nachmittag kümmere ich mich intensiv um den Igel. Eine Inhalationsnarkose erleichtert mir die Untersuchung. Jetzt sehe ich das ganze Ausmass des Unglücks! Das arme Tier ist in eine Schnurschleife geraten. Rund um den ganzen Körper spannt sich die Schlinge. Am Bauch ist sie schon eingewachsen und unter beiden Achseln kommen tiefe, blutig-eitrige Wunden zum Vorschein! Bei jedem Schritt hat sich die Schnur weiter in das Fleisch gebohrt! Schrecklich!

 

Was muss dieser Igel für Schmerzen erlitten haben! Kein Mensch könnte so noch umherlaufen und sogar noch Nahrung aufnehmen. 

Der geplagte Stachelfreund ist von seinen Qualen erlöst worden.

Was er wohl erzählt hätte, wenn er - wie es landläufig öppe heisst - in der Heiligen Nacht hätte sprechen können?

für sie gelesen

 

 

 

In der Schweiz ist der Europäische Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) beheimatet. Igel sind ...............

 

Lesen Sie hier weiter


Wann braucht ein Igel wirklich Hilfe?

wenn ein Igel....

 - offensichtlich..................lesen Sie hier weiter


Igel Merkblatt

Europäischer Braunbrustigel oder auch Westigel (Erinaceus europaeus ) genannt.

 

- Unsere Igel zählen zu den erdgeschichtlich ältesten noch lebenden

  Säugetierformen und sind gesetzlich geschützt.

 

- Als Kulturfolger sind unsere Igel im Bestand weder selten, noch bedroht oder gefährdet.

 

- Igel sind Wildtiere, welche in der nahen Umgebung von uns Menschen leben. Sie sollen den Wildtierstatus unbedingt behalten.

 

- Echter und nachhaltiger Igelschutz heisst nicht Pflege und Betreuung von Einzeltieren, sondern Schaffung und Erhaltung von geeigneten Lebensräumen (Biotopschutz).

 

Wie verhalte ich mich bei Begegnungen mit Igeln?

 

- Ich freue mich an jeder Igelbeobachtung und bin mir gleichzeitig bewusst, dass der Igel trotz dem„ Mucki - Image" meine Hilfe und Betreuung in aller Regel nicht braucht.

 

- Auch Futtersuche ist„ Igelsache". Als mehrheitlicher Schnecken – und Insektenvertilger ist eine artgerechte Igelfütterung ohnehin schwer zu erreichen und Ersatznahrung sollte nur ausnahmsweise geboten werden.

 

- Nur offensichtlich verletzte, schwerkranke oder verhaltensauffällige Igel benötigen Pflege in einer anerkannten Igelstation.

 

- Igel sind ortstreu. Bester Schutz wird erreicht, indem Lebensräume igelgerecht eingerichtet und betreut werden, und indem mögliche „Igelfallen" und damit Igelunfälle möglichst verhindert werden.

 

Kontakttelefon bei Notfälle mit Wildtieren

•               von 7.00 Uhr - 19.00 Uhr Wildhüeter - (Gratis) Tel. 0800 940 100

•               von 19.00 Uhr bis Morgen um 7.00 Uhr Kantonspolizei Bern 117

Bei Igeln, Igelstation Rosmarie Blaser Tel. 079 378 80 18